Melchsee-Frutt im Laufe der Jahrhunderte

 
1415 Die Berner fördern Eisenerz in der Nähe des heutigen Wanderweges Balmeregghorn – Planplatte. Kurz darauf beginnen die Obwaldner mit dem Erzabbau am Erzegg. 1594 bewilligt Obwalden einer Luzerner Bergwerksgesellschaft die Ausbeutung dieser höchstgelegenen Erzgrube des damaligen Abendlandes.  
1620 Die «Bergherren» schliessen mit Kerns einen Vertrag betreffend dem gemeinsamen Bau von Strassen, Wegen und Stegen.  
1689 Die Bergwerke auf der Frutt und im Melchtal werden stillgelegt.  
1765 Bau der ersten Frutt-Kapelle am Nordufer des Melchsees durch Pfarrer Franz Meinrad Anderhalden.
Alte Melchsee-Kapelle aus dem Jahre 1765
1838 Kirchenvogt Josef Anton Egger-Stockmann (1798-1876) erwirbt die «Frutthitten». 1851 baut er sie neu auf.
1859 Die erste Chaise (Pferdetaxi) fährt ins Melchtal und später bis auf die Frutt.
1864 Der Bau der Strasse Melchtal – Stöckalp wird beschlossen. Der Kostenvoranschlage für die 6 Kilometer lange Strasse beträgt 14'000 Franken.
1865 J. A. Egger vergrössert die «Frutthitten» und erwirbt das Wirterecht. Erste Kuren mit gesunder Luft und Magermilch gegen Blutarmut und verbrauchte Nerven werden angeboten. Die Gäste kommen von Paris, England, Zürich und Bern.
1869 Die Strasse Melchtal – Stöckalp wird erstellt.
1880 Nationalrat Alois Reinhard-Egger (1832-1890) kauft den Gebrüdern Egger das Kurhaus ab. Erste Werbung in englischen und Schweizer Zeitungen. Otto Durrer trägt täglich die Post auf die Frutt.  
1883 Anstelle des Saumweges auf die Frutt wird für 7'000 Franken die Strasse Stöckalp – Frutt gebaut.  
1888 Die Obere Frutt, das Kurhaus Frutt, geht per Gerichtsbeschluss wieder in den Besitz der Gebrüder Egger zurück.
Chalet Alpenheim, Foto von 1923
Artikel: Alpenheim (PDF 84 KB)
  Am Melchsee wird das Berghaus oder Kurhaus Reinhard gebaut. 1890 – 1899 erweitert Albert Reinhard den Betrieb mit einem Stockwerk, einer Trinkhalle, einer Aussichtsterrasse und einer Kegelbahn.
  Innert 12 Tagen wird das Chalet Alpenheim, das erste Ferienhaus auf Melchsee-Frutt, von Bucher & Durrer gebaut. «Am 12. Tag sind wir eingezogen. Die Balken, Bretter etc. wurden per Zentner à 2 Franken von den Stöcken hinaufgetragen, nachdem sie auf der Parqueterie Kägiswyl zugerichtet waren.»
1890 1890 – 1899 erweitert Albert Reinhard-Bucher, Förster und Oberrichter (1861-1943) das Kurhaus Reinhard mit einem Stockwerk, einer Trinkhalle, einer Aussichtsterrasse und einer Kegelbahn.  
1900 Die heutige Kapelle am Melchsee wird gebaut, von Albert Reinhard im Auftrag der Korporation. Einweihung ist am 15. August 1900.
Frutt-Kapelle von 1900
1901 Im Kurhaus Reinhard wird die erste offizielle Postablage auf der Frutt eröffnet. Das Postfräulein erteilt zugleich auch Schulunterricht.
1903 Oberrichter Albert Reinhard und Ignaz Egger erstellen vom Melchtal bis zu ihren beiden Hotels auf der Frutt eine Telefonleitung.
  Wasserrechtsvertrag für Kurhaus Reinhard, Kurhaus Frutt, Alpenheim und Alpgenossen.
Postkarte Kurhaus Frutt von 1903
1904 Auf Stöckalp wird durch Otto Durrer das Gasthaus Waldhaus erstellt.
  Am 8. Juni erwirbt Albert Reinhard vom Regierungsrat Obwalden für 50 Jahre die Konzession für ein Elektrizitätswerk im Stäubiloch unterhalb des Hotel Reinhard. 1905 liefert das höchstgelegene Kraftwerk Europas Strom für die beiden Hotels auf der Frutt. Weitere Angaben
1908 Die ersten Wintertouristen besuchen die Frutt: «Alpinisten aus Colmar huldigen in der weiten unberührten Schneewelt der Frutt mit Ski und Pickel dem Wintersport».
Postkarte von 1907 mit Betruf
  A. Reinhard erwirbt das Waldhaus Stöckalp.
1914 Das Hotel Reinhard wird umgebaut: neuer Hoteltrakt, Zimmer mit Zentralheizung und Speisesal für 120 Personen.
  Die Pension Posthaus wird als Dependance zum Kurhaus Reinhard gebaut. Es übernimmt vom Hotel Reinhard die Postablage.
  Zur Gewinnung von Brennmaterial beginnt man auf Alp Tannen mit Torfstechen.
1916 Ein Luftseilbahnprojekt von A. Reinhard wird vom Eidg. Amt für Verkehr abgelehnt.  
1922 Albert Reinhard erkundigt sich beim Bürgergemeinderat Kerns nach den Bedingungen für die Erstellung «einer Drahtseilanlage von Stöckalp bis zu meinem Haus auf der Frutt». Das Gesuch wird abgelehnt.
Postkarte Hotel Reinhard von 1922
1923 Das Kurhaus Frutt wird an die Interessengemeinschaft Egger-von Moos und Otto Durrer-Spychtig, Kantonsrat und Förster verkauft.
1925 Ein Felssturz vom Brünighaupt verschüttet die alte Frutt-Strasse.
1926 bis 1928: Die heutige Frutt-Strasse wird in drei Etappen als «Waldweganlage» zu Kosten von 220'000 Franken gebaut.
1929 Im Melchsee werden die ersten Forellen eingesetzt; Fischrechte für die beiden Hotelbesitzer.  
1930 Johann Rohrer, alias Kuriger, mietet das Hotel Posthaus.
Berghaus Tannalp von 1934
1931 Otto Reinhard-Burri (1897-1975) übernimmt die Leitung des Hotel Reinhard.
1932 Johann Rohrer kauft von Architekt Ettlin die Pension Posthaus mit damals 6 Betten für 25'000 Franken.
1934 Das erste Berghaus Tannalp wird gebaut.
  Das Hotel Reinhard bereitet sich für den Winterbetrieb vor: Vorfenster, Heizungen, Wasserwerk mit Pumpanlage und Dynamo für Winterstrom.  
1935 Otto Reinhard erstellt die damals längste Luftseilbahn der Schweiz. Mit Baubeginn Ende Mai errichtet die Firma Oehler in Aarau gemäss den vom Eidg. Eisenbahndepartement für den Bau von Schwebebahnen für beschränkten Personentransport und den Kantonen zur Annahme empfohlenen Vorschriften eine Seilbahn von der Stöckalp aus auf die Frutt. Die Anlage hatte eine Länge von 3'500 m und eine Höhendifferenz von 825 m. Die zwei Kabinen für je vier Personen besassen achträdrige Laufwerke mit Fangbremsen, rollten auf einem einzigen Tragseil und passierten auf ihrer Fahrt 12 Stützen. Am 16. Dezember findet die erste vollbelastete Fahrt statt.
Erste Luftseilbahn von 1935
  An Weihnachten beginnt die erste Wintersaison.
1936 Gründung der Schweizer Skischule Melchsee-Frutt. 7 bis 18 Skilehrer sind den ganzen Winter beschäftigt.
  Wintersaison 1936/1937: Werbung in ganz Europa, die Gäste kommen aus Holland, Belgien, Frankreich. Ab Luzern fahren Extrawagen für Gäste von und nach Melchsee-Frutt. Das Hotel Reinhard ist ausverkauft.
Hotelprospekt Hotel Reinhard am See und Werbung von 1912
  Das Kurhaus Frutt wird an Aerni Durrer-Amstad, Kerns und Engelbert Amstad, Giswil verkauft. Das Kurhaus Frutt wird für den Winterbetrieb umgebaut.
  Fridolin Durrer, alias Höchifridi, baut die Jugendherberge auf Tannalp.
1937 Die Frutt-Strasse wird «unter bestimmten Bedingungen» für den Motorfahrzeugverkehr geöffnet.
  Erste Wintersaison im Hotel Kurhaus, Obere Frutt.
  Die Post fährt im Winter bis nach Stöckalp.
1940 Die Frutt wird Reduitgebiet; Besuch durch General Guisan.  
1941 Zur Versorgung des Frutt-Gebiets mit elektrischer Energie durch das Gemeinde-Elektrizitätswerk Kerns wird von einem Genietrupp eine Hochspannungsleitung auf die Frutt gebaut.  
  Für den Kriegsfall wird am Westufer des Melchsees eine unterirdische Anlage mit Radiosender errichtet.  
1942 Auf Initiative der Herren Durrer und Amstad vom Hotel Kurhaus wird das Bonigebiet zum Blumen- und Pflanzenschutzreservat erklärt.
Pension Posthaus
  Erste militärische Vorunterrichts- und Wintergebirgskurse auf der Frutt.
  Das Posthuisli wird von Johann Rohrer umgebaut.
1944 Ernst und Marianne Rohrer-von Rotz kaufen vom Kuriger die Pension Posthaus.
1945 Die Luftseilbahn Stöckalp – Frutt erhält die eidgenössische Konzession und darf pro Kabine 8 Personen befördern.
Frutt-Lädeli von 1945
  Das Hotel Reinhard ist geschlossen.
1946 Das Frutt-Lädeli, ein Verkaufsstübli für Touristen-Proviant wird eröffnet; heute Chalet Askalon.
1947 bis 1949 Neubau des Hotel Reinhard am See. Bereits 1946 lässt Otto Reinhard unter der Boni Natursteine hauen. Die Eröffnung des Hotelneubaus ist Ende Juli 1949. Albert Reinhard eröffnet ein Touristenproviantstübli.
1949 Die Jugendherberge Tannalp wird zu einem Berghaus umgebaut.
Berghaus Tannalp von 1949 und Kapelle
1951 Aerny Durrer-Amstad baut den Skilift Erzegg.
1954 Das Zugseil der Luftseilbahn reisst wegen Sabotage. Ein Passagier erleidet beim Aufprall der Kabine an die Wand der Bergstation einen Beinbruch. In der Folge wird von der Korporation Kerns die Konzession nicht mehr erneuert. Der Betrieb der Seilbahn wird bis zu ihrem Neubau 1957 eingestellt.
1955 Die Korporation Kerns übernimmt die Luftseilbahn und beschliesst die Erstellung einer neuen Anlage mit Kabinen für je 33 Personen. Der Neubau wird 1957 von der Firma Habegger in Thun ausgeführt.
  Mit dem Ablauf der Konzession für das Kraftwerk von Albert Reinhard per Juni 1954 wird für den Kanton Obwalden der Weg frei, den schon länger geplante Neubau des Kraftwerks Melchsee-Frutt voranzutreiben. Die Landsgemeinde beschliesst die Erstellung des kantonalen Kraftwerks Melchsee-Frutt mit Gutheissung eines Baukredits von 17 Mio. Franken. Dank des Kraftwerkneubaus entsteht eine neue Wasserversorgung mit grosszügiger Hydrantenanlage.  
  bis 1956 wird der Melchsee um 6 Meter, das frühere Tannenseeli um 15 Meter aufgestaut.  
  Gründung der Skihüttengenossenschaft Kerns.  
  Zweiter Umbau der Pension Posthaus.
Luftseilbahn mit Grosskabinen
1957 Betriebsaufnahme der neuen Luftseilbahn Stöckalp – Melchsee-Frutt mit zwei Grosskabinen für je 33 Personen.
  Eröffnung des Kernser Skihauses (heute Berghotel Distelboden) nach den Plänen von «Huisliotti».
  Dritter Umbau der Pension Posthaus.
  Albert Reinhard hat sein Haus mit dem Frutt-Lädeli gegen eine grössere Landparzelle an der neuen Durchgangsstrasse nach Tannalp getauscht. Hier eröffnet er das «neue» Frutt-Lädeli mit 40 m² Verkaufsfläche und drei Ferienwohungen.
Das «neue» Frutt-Lädeli von 1957
1958 Die Luftseilbahn Stöckalp – Melchsee-Frutt feiert ihren 100'000-sten Fahrgast.
1959 Der neue Wanderweg vom Balmeregghorn nach Planplatte wird offiziell eröffnet.
1960 Das Hotel Reinhard eröffnet ein Eisfeld.
  Auf Melchsee-Frutt findet der erste Gebirgsflugtag statt.  
  Das Kernser Skihaus (heute Berghotel Distelboden) wird erweitert.
Brief Gebirgs-Flugtag 1960
  Das Konzessionsgesuch der Korporation Kerns von 1959 für die Gondelbahn vom Distelboden auf den Bonistock zwecks Erschliessung der Chringen-Abfahrt wird vom Eidg. Post- und Eisenbahndepartement gutgeheissen. Das Gegenprojekt einer privaten Interessengruppe wird abgelehnt.
  Die Fremdenverkehrsbestrebungen sollen koordiniert werden. Der «Kurverein Melchsee-Frutt» wird aufgelöst, neu der «Verkehrsverein Melchsee-Frutt» gegründet.
  Die Wasserversorgung Melchsee-Frutt wird von der Alpgenossenschaft ausserhalb der steinernen Brücke übernommen.
  Die neue Rettungsstation Melchsee-Frutt wird in Betrieb genommen.  
  Für den Transport von Melchsee-Frutt zum Berghaus Tannalp werden Islandponys eingesetzt.  
  Der neue Skilift Balmeregghorn wird in Betrieb genommen.  
1961 Das Hotel Kurhaus wird erweitert.  
1962 Melchsee-Frutt erhält eine eigene Feuerwehr.
Feuerwehr Melchsee-Frutt
  Der Skilift Balmeregghorn wird zusätzlich im Sommer als Sesselbahn betrieben.
  Das Hotel Reinhard wird mit einem Moteltrakt erweitert. Das Hotel geht an den Sohn Markus Reinhard-Gander über, Otto Reinhard behält die Führung des Waldhaus Stöckalp.
  Ein Gutachten zur Orts- und Regionalplanung von Melchsee-Frutt wird erarbeitet (Prof. Dr. Max Senger, Prof. Ernst Ramser, Th. Stierli, Prof. Dr. Ernst Winkler).
1963 Der Wanderweg um den Melchsee wird erstellt.
1964 Der Schnee lässt auf sich warten – Ende Januar sind die Alpen immer noch grün.  
1965 Die Jubiläumsschrift «100 Jahre Höhenklima-Kurort Melchsee-Frutt» von Frau M. Reinhard-Burri wird herausgegeben.  
  Das Frutt-Lädeli wird um ein Stockwerk angehoben, die Verkaufsfläche auf 100 m² vergrössert und der Laden auf Selbstbedienung umgestellt.  
1966 Der einmillionste Fahrgast auf der neuen Luftseilbahn wird gefeiert.  
  Mit dem Schweiz. Fremdenverkehrsverband wird eine «Touristische Planung in der Gemeinde Kerns» erstellt.  
  Für die Strasse Stöckalp – Melchsee-Frutt – Tannalp werden neue Verkehrsvorschriften erlassen.  
  Die Korporation Kerns beschafft die erste, leistungsfähige Pistenbearbeitungsmaschine.  
1967 Auf dem Eisfeld des Hotels Reinhard wird neu Curling betrieben.  
  Das neue Hotel Distelboden wird eröffnet und eingeweiht.  
  Das Skihaus des Skiklubs Luzern wird vergrössert und mit einer biologischen Kläranlage, auch für das Berghotel Distelboden, versehen.  
  Ein privates Initiativkommitee reicht das Projekt für eine Skiliftanlage Arviböden – Bonistock ein. Dieses Projekt wird später fallen gelassen.  
  Anschliessend an das bereits mit Hotels und Ferienhäusern überbaute Gebiet auf Hochalp Aa wird eine begrenzte Bauzone ausgeschieden und Kredit für die Parzellierung erteilt.  
  Der Skiklub Melchsee-Frutt in Kerns baut beim Distelboden das Skihaus Bergfrieden.  
1968 Die Gebrüder Walter und Franz Fürling übernehmen das Berggasthaus Glogghuis.  
1969 Das Berghotel Distelboden wird getauft und erhält das Alkoholpatent.  
1970 Die «Bergbahnen Stöckalp – Boni Melchsee-Frutt AG» wird gegründet. Diesen Bergbahnen wird die Konzession erteilt. Auflage der Aktienzeichnung, das notwendige Kapital kommt jedoch nicht zusammen.  
1973 Der Skilift Vogelbüel und die Langlaufloipe werden eröffnet, das Schneetaxi für Personen- und Materialtransporte in Betrieb genommen und die Bergstation Melchsee-Frutt umgebaut.
Bergstation Gondelbahn nach dem Umbau von 1973
  Das Berggasthaus Gemsy wird von Alois Baumann eröffnet, das Berghotel Distelboden wird aufgestockt, beim Berghotel Glogghuis beginnt der grosse Umbau mit Hallenbad etc.
1974 Die Pension Posthaus wird umgebaut, der Regierungsrat bewilligt die Namensänderung auf Hotel Posthuis.
1975 Das Berghaus und die Jugendherberge Tannalp werden renoviert. Am 20. August werden die Gebäude durch einen Grossbrand vollständig zerstört.
  Die Einwohnergemeinde Kerns genehmigt den Bauzonenplan und das Teilbaureglement Melchsee-Frutt.
  Das Gasthaus Gemsy wird an Markus Reinhard verkauft.  
1976 9. Juli:  Aufnahme der Karst- und Höhlenforschung auf Melchsee-Frutt durch die 4 höhlenforschenden Gebrüder Trüssel (HGT), heute Höhlenforscher-Gemeinschaft Unterwalden.  
  Berghaus und Jugendherberge Tannalp werden in einem kleineren Gebäude bis 1978 neu aufgebaut.  
  Die Korporationsversammlung beschliesst in rund zehnminütiger Dauer die Erstellung einer neuen Gondelbahnanlage Stöckalp – Melchsee-Frutt anstelle der bestehenden Pendelbahn und erteilt Kredit von 5 Mio. Franken. Die neue Gondelbahn mit 4er Kabinen wird wieder durch die Firma Habegger gebaut. Am 24. Dezember ist die offizielle Inbetriebnahme.  
1977 Am 15. Januar wird die Luftseilbahn Distelboden – Bonistock, am 29. Januar der Skilift Bettenalp in Betrieb genommen. Die drei neuen Anlagen – Gondelbahn, Luftseilbahn und Skilift – werden am 2. Februar eingeweiht.  
  Gleichzeitig mit dem Bau der Bahnanlagen wird auf dem Bonistock eine Barracke als Bergrestaurant für den Tagesbetrieb gebaut und Anfang 1977 eröffnet.  
  Peter Rohrer pachtet das Hotel Posthuis, 1979 erwirbt er es käuflich.  
1979 Um im Winter den Anmarsch vom Dorf zum Distelboden komfortabler zu gestalten, wird eine Schleppliftanlage von der Chäppelihütte über den Melchsee zum Distelboden eingerichtet.  
  Am 22. Februar ereignet sich ein Seilbahnunglück. Fünf Passagiere werden zum Teil schwer verletzt, ein Todesopfer ist zu beklagen.  
  Für die Zwischendeponie des Kehrichts im Winter wird beim Vogelbüel für 180'000 Franken eine Lagerhalle gebaut.  
1980 Das Bergrestaurant Bonistock wird als Massivbau neu erstellt. Die bis anhin bestehende Barracke wurde vom Sturm drei Mal vollständig zerstört.  
  Melchsee-Frutt und Stöckalp erhalten eine Kanalisation mit Anschluss an die ARA Melchtal.  
  Die Wasserversorgung Melchsee-Frutt wird durch Zuleitung der Hengliquellen auf Tannalp erweitert.  
  Der beantragte Kredit für die Erstellung einer Skiliftanlage Stöckalp – Stöckenmatte wird abgelehnt.  
1981 Im Dezember wird das neue Hotel Alpina eröffnet. Hanny und Fredy Lochmatter sind das erste Wirtepaar.  
  Die alte Skiliftanlage Erzegg von A. Durrer-Amstad, Sporthotel Kurhaus Frutt, wird von der Korporation mit einem neuen Skilift ersetzt. Inbetriebnahme ist am 12. Dezember. Die offizielle Einweihung zusammen mit dem neuen Hotel Alpina wird am 4. Februar 1983 abgehalten.  
  Das Frutt-Lädeli wird auf rund 330 m² erweitert und die Winter-Sportservice-Station Melchsee-Frutt wird integriert.  
1983 Das Bergrestaurant Bonistock wird vergrössert und zum Berghotel mit 80 Betten umgebaut.  
1984 Arnold Hess kauft am 1. September das Berghaus Gemsy.  
  Der Verkehrsverein Melchsee-Frutt wird aufgelöst, am 23. September wird der Verkehrsverein Melchsee-Frutt / Melchtal / Kerns gegründet.  
  Helen Käeslin gründet die «IG Melchsee-Frutt Freunde», eine Interessengemeinschaft zur Förderung und Wahrung der Interessen der Melchsee-Frutt.  
1985 Die Einwohnergemeinde Kerns und der Verein Schulkinder Melchsee-Frutt treffen eine Vereinbarung über die Erteilung von Privatunterricht auf Melchsee-Frutt, der «Frutt-Schule».  
  Während zwei Wintersaisons, von 1985 bis 1987, gibt es auf Melchsee-Frutt gleich zwei sich konkurrenzierende Skischulen: die «Roten» und die «Blauen».
Artikel: Die rote und die blaue Skischule (PDF 83 KB)
  Ende Wintersaison im April wird das traditionelle Hotel Reinhard geschlossen und verkommt im Laufe der Jahre zur sogenannten «Ruine Reinhard».  
  Am 16. Dezember wird der Skilift Stöckalp eingeweiht und das Jubiläum «50 Jahre Bergbahnen Melchsee-Frutt» gefeiert.  
1986 Der Gasthof Waldhaus Stöckalp wird an die gleichnamige AG im Besitz der Korporation verkauft und umgebaut.  
1987 Die Forstgenossenschaft Melchsee-Frutt wird gegründet (heute Forstverein). Sie pflanzt am Fuss des Bonistockes und am Seeweg 500 Arven und Lärchen.  
1988 Der über 40-jährige Radio-Sendeturm am Melchsee wird abgebaut.  
  Neubau Skilift- und Sesselbahnanlage Balmeregghorn.  
1989 Beim Vogelbüel wird der «Tellerli-Trainerlift» durch einen neuen Skilift ersetzt.  
1990 Am Melchsee-Damm wird der Picknickplatz mit Feuerstelle eingeweiht.  
  Die Gebrüder Adi und Erich Hess eröffnen in der Alphütte Bettenalp eine Alphüttenbar für den Winterbetrieb.
Alphüttenbar Bettenalp der Gebrüder Hess
  Ein Orkan verwüstet grosse Flächen des Waldbestandes oberhalb Cheselenfirst.
1991 3 Tage Dörflifest: Melchsee-Frutt erhält einen Dorfmittelpunkt mit Granitbrunnen und Steinbock-Skulptur beim Frutt-Lädeli.
  Der Naturkundelehrpfad – vom Dorf bis zur Bettenalp – wird eingeweiht.
  Am 1. Dezember übernimmt die Korporation die Luftseilbahn Distelboden – Bonistock und den Skilift Bettenalp.
1992 Die Kapelle auf Alp Tannen wird mit Bildern bereichert.  
1993 Das Hotel Gemsy wird von Arnold Hess komplett erneuert; an seinem fünfzigsten Geburtstag findet die grosse Einweihungsfeier statt.  
  Der Naturkunde- und Geologielehrpfad am Bonistock wird durch einen Karstpfad erweitert.  
1994 Im November wird die neue Beschneiungsanlage Jäst – Cheselen – Stöckenmatte bis Talstation Stöckalp mit 22 Wasserzapfstellen in Betrieb genommen.  
  Die Strasse Melchsee-Frutt – Tannalp wird auch im Winter für Fussgänger begehbar gemacht.  
  Am Balmeregg findet der erste FIS Riesenslalom auf Melchsee-Frutt mit Weltmeisterin Erika Hess als Gast statt.  
1995 Das Berghotel Bonistock wird vollständig umgebaut und vergrössert.  
1996 Die Frutt-Schule hat noch zwei Kinder; sie wird Ende Schuljahr geschlossen.  
  Die «Transportbetriebe der Korporation Kerns» werden in «Sportbahnen Melchsee-Frutt» umbenannt, der Verkehrsverein nennt sich jetzt Tourismusverein.  
1997 Melchsee-Frutt ist im Internet vertreten. Die Website wird durch die persönliche Initiative von Kurt Zumbrunn unterhalten.  
  Archäologen der Universität Basel legen unter dem Boni-Felsband Überreste von Alphütten aus dem 13. bis 17. Jahrhundert frei. Die Funde liefern wichtige Hinweise auf die Lebensweise der Hirten und Sennen und die Nutzung der Alpen in früheren Jahrhunderten. Mehr»  
  Von Stöckalp auf Cheselen und von Cheselen auf Bettenalp (Jäst) werden zwei kuppelbare Doppelsessellifte gebaut.  
  Die Alphüttenbar Bettenalp wird um- und ausgebaut, damit sie dem Ansturm der Gäste gewachsen ist.  
1998 Im Vogelbüel wird im Winter der Kleinkinderlift «Pinocchio» eingerichtet.  
1999 Am 2. Januar eröffnen Peter und Marietta Rohrer die «Fuchs- und Hasenbeiz» am Vogelbüel.  
  Beim Cheselenfirst wird die zweite Blockhütte der «Älpli-Hütte» gebaut.  
  Auf der Alp Bergmatt (Stöckalp) wird ein Kinderskilift erstellt, die Strecke der Gondelbahn erhält eine Beleuchtung, die Beschneiungsanlage wird ergänzt und mehrere Pistenverbesserungen werden ausgeführt.  
  Am Boni-Felsband wird der Klettergarten eingeweiht. Hans Ettlin und Niklaus Kretz haben über 100 Routen in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 9- eingerichtet.  
2000 Die Bergstation der Gondelbahn wird für 4.5 Mio. Franken vergrössert und mit Lokalen, Pistenfahzeughalle und Werkstatt erweitert.  
  Beim Vogelbüel wird der Fruttli-Park, ein Kinderspielplatz für den Winter, eingerichtet.  
  Das Frutt-Lädeli wird zum Frutt-Ladä umgebaut, die Verkaufsfläche auf ca. 500 m² erweitert.  
2001 Von der Alpgenossenschaft werden die ersten zwei von drei auf der Oberen Frutt geplanten Mehrfamilienhäusern gebaut.  
  Im Chaletdörfli «Engelburg» wird die letzte freie Parzelle mit dem Chalet Holdrio bebaut.  
  Beat von Deschwanden eröffnet im Gebäude der Bergstation die Restaurant-Bar el corazon.  
  Am 15. Dezember wird die 4-er Sesselbahn Bettenalp – Bonistock eingeweiht.  
2002 Franz Führling erneuert das Hotel Glogghuis und erweitert es mit 20 Eigentumswohnungen.  
  Auf der Oberen Frutt ist das dritte Mehrfamilienhaus der Alpgenossen bezugsbereit.  
  23. November:  Gründung der Stiftung «Naturerbe Karst und Höhlen Obwalden» (NeKO) mit dem Ziel, die ober- und unterirdische Karstwelt im Gebiet der Melchsee-Frutt gemeinsam mit dem Kanton Obwalden sowie der Einwohnergemeinde und Korporation Kerns langfristig zu erhalten, die Forschung zu fördern und die Erkenntnisse zu sichern. Seit der Aufnahme der Forschung im Jahr 1976 sind 45 km Höhlengänge entdeckt worden.
Website NeKO: www.neko.ch
2003 Die Alpgenossen wollen die erfolgreiche Alphüttenbar Bettenalp selber betreiben. Die Gebrüder Hess ziehen auf den Bonistock um und eröffnen den «Horst».  
  Das Projekt «Schnee Paradies Hasliberg-Titlis» wird publiziert. Mit Einbezug von Melchsee-Frutt soll in einigen Jahren das grösste zusammenhängende Skigebiet der Zentralschweiz mit 51 Transportanlagen und 210 Kilometer Pisten entstehen.
2004 In der Nacht zum 20. Januar brennt das Sporthotel Kurhaus Frutt vermutlich infolge Brandstiftung vollständig nieder. Zwei Angestellte finden den Tod, mehrere Personen werden verletzt.
Sporthotel Kurhaus vor dem Brand
 
  Der über 20-jährige Skilift Erzegg wird für rund 8 Mio. Franken durch eine 4-er Sesselbahn ersetzt.
  Für die Alphütte «Stöckenhütte» beim Distelboden erstellen die Alpgenossen einen Ersatzbau mit Restaurant und Touristenlager.
2005 Nach jahrelangem Kampf und einer Beschwerde an den Regierungsrat gegen die massiv überhöhten Kehrichtgebühren konnte die IG Frutt-Freunde mit der Gemeinde eine Einigung erzielen.
  Ein Unwetter hat am 22. August weiträumig verherende Schäden angerichtet. Melchsee-Frutt war für eine Woche von der Umwelt abgeschnitten, das Telefon ausser Betrieb und auch das Melchtal war erst nach einigen Tagen über eine Notstrasse erreichbar.
2006 Die Unzufriedenheit mit dem Tourismusverein hat die Schmerzgrenze überschritten. Der Geschäftsführer wird freigestellt, die Strukturen komplett überarbeitet und ein Konzept für einen Neubeginn erstellt.
  Auf Erzegg siedeln Rentiere an. André Fischer führt von Skandinavien 15 Rener ein.
2007 Von Melchsee-Frutt zum Tannensee wird ein Wanderweg erstellt.  
  Ende Juni wird der auf Initiative von Dr. N.J. Imfeld errichtete Planeten-Erlebnis-Weg, welcher die Grössenverhältnisse unseres Sonnen- bzw. Planetensystems zeigt, eingeweiht.  
  Mit dem 13. Umbau vom Hotel Posthuis wird das Säli von 1955 abgerissen und neu gebaut.  
  Annähernd 4 Jahre nach dem Brand des Sporthotels Kurhaus wird der wegen Brandstiftung und zweifachem Mord angeklagte portugisische Küchengehilfe vollständig von jeglicher Schuld frei gesprochen.  
2008 Unmittelbar nach Ende der Wintersaison werden auf dem Grund des abgebrannten Kurhauses die Bauarbeiten für das neue Hotel Frutt Lodge & SPA in Angriff genommen.
Melchsee im Sommer 2008
 
  Am Tannen- und Melchseedamm werden umfassende Sanierungsarbeiten ausgeführt. Wegen Absenkung des Wasserpegels ist der Tannensee den ganzen Sommer über für die Fischerei gesperrt.
  Die Beschneiungsanlage wird erweitert: vom Bonistock bis ins Dorf sowie vom Bonistock bis zur Bettenalp. Das Wasser wird mit einer neuen Pumpanlage im Stollen dem Melchsee entnommen.
2009 Das Hotel und Restaurant Alpina stellt am Ende der Wintersaison den Betrieb ein.
  Der Sommerbetrieb der Balmeregg-Bahn wird eingestellt. Strengere Vorschriften des Bundesamts für Verkehr hätten Investitionen von 600'000 Franken zur Folge. «Diese Investition können wir gegenüber den Kernser Bürgern nicht verantworten, da die Anlage Balmeregg im Sommerbetrieb seit Jahren defizitär ist.»
  Das Sommer-Taxi wird vom Fruttli-Zug abgelöst, der zwischen Bergstation und Tannalp verkehrt. Wegen dem grossen Erfolg wird bereits ein Jahr später ein zweiter Fruttli-Zug eingesetzt.
Fruttli-Zug
 
  Das Hotel Glogghuis geht von Franz Fürling in den Besitz der Familie Albert von Deschwanden über.
  Im Oktober sind die 16 Eigentumswohnungen im neuen Gebäude des Hotels Frutt Lodge & SPA bezugsbereit.
  Die Restaurant-Bar el corazon wechselt den Besitzer. Beat von Deschwanden übergibt den Betrieb an die Sportbahnen.
2010 Die Korporation bewilligt an der Frühlingsversammlung 1 Mio. Franken für einen neuen Vertikallift beim Stollen, 5 Mio. Franken für den Bau eines Parkhauses bei der Talstation der Gondelbahn sowie 325'000 Franken für den Ersatz von Land das für den geplanten Neubau der Talstation und für die Sanierung der Strasse Melchtal – Stöckalp benötigt wird.
  Der Ersatzbau der Gondelbahn wird von der Korporation am 20. Juni 2010 mit 880 Ja-Stimmen (83.89%) zu 169 Nein-Stimmen genehmigt.  
 
 
  Quellen:
– Chronologie von André L. Egger, Kerns
– Verkehrs- und Kurnotizen der Korporationskanzlei Kerns
– eigene Abklärungen