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Freitagnacht, 11. Juli 2003 24.00 Uhr (Prolog)
Melchsee-Frutt Dorf: Die verschiedensten Lichter gehen bei Wohnungen, Chalets und Restaurants aus. Die nächtliche Stille wird weder durch Feuerwerk noch durch das Heulen von Wölfen unterbrochen. Nur das Wiederkäuen der Kühe auf den Alpweiden ist zu hören. Wo wohl alle diese doch sonst so aktiven Nachtschwärmer sind? Ich vermute, alle IG-Mitglieder bereiten sich moralisch und körperlich auf einen anstrengenden Tag vor!
Samstagmorgen, 12. Juli 2003 08.50 Uhr
Der harte Kern schleicht erwartungsvoll von allen Seiten auf den Dorfplatz zu. Punkt 09.00 Uhr ist der obligate Fototermin angesagt. Nach mühsam aufgelegtem Lächeln muss nochmals hingestanden werden, da ein Nachzügler unweigerlich auch aufs Gruppenfoto muss.
Nach kurzer Begrüssung der »Führerin« geht es im TGV-Tempo über den Seedamm an der ach so geliebten Grillstelle vorbei, zum ersten Aufstieg, der glücklicherweise mehrmals durch die fachkundige Beschreibung der Alpenflora unterbrochen wird. Bei der Überquerung der Brücke auf der anderen Seeseite fragt sich der Schreiberling, ob er sich da wohl für die richtige Gruppe angemeldet hat, doch bei der Talstation des Sessellifts kommt die erlösende Frage von Marietta: »Will jemand zu Fuss aufs Balmeregghorn?«
Die 2 Wanderinnen und 11 Wanderer senken stillschweigend die Köpfe. Niemand getraut sich das Stimmverhältnis zu erfahren. Oh Wunder, es meldet sich niemand, was von Sigi sofort strahlend verdankt wird. Nach relaxter Fahrt nach Oben wird die herrliche Aussicht genossen. Nicht nur die üppige Flora wird ausgiebig bestaunt, sondern auch die Tierwelt, tummelt sich doch da unterhalb des Wanderwegs eine ganze Familie »Biber«. Beim Weitermarsch wird ein frisches Windlein wohlwollend aufgenommen und nach kurzer Rast auf dem Erzegggipfel fackeln wir nicht lange und stechen senkrecht runter zum Damm des Tannensees. Auf der andern Seite angelangt stellt man dann fest, dass die soeben verlorenen Höhenmeter jetzt unwiderruflich wieder gewonnen werden müssen. Die beiden »Youngsters«, Rafael und Mathias wählen die megageile Tour und stolpern über Kuhtritte, Stock und Stein in der direkten Falllinie zum Aussichtspunkt Chringen, um dann bei unserer Ankunft cool zu erklären, sie hätten 21 Minuten 54 Sekunden und 98 Hundertstel auf den ersten der älteren Semester warten müssen.
Punkt 11.55 Uhr trifft die ganze Gruppe vereint bei Ruth, Noldi und Erich auf dem Bonistock ein. Selbstverständlich sind die Teilnehmer der beiden anderen Kategorien bereits da und freuen sich ab den kleinen geraden gefüllten Gläsern. Aber auch wir sind stolz, dass wir das Programm minutiös eingehalten haben!
Samstagmorgen, 12. Juli 2003 10.00 Uhr (Hörensagen)
Nach dem Antrittsverlesen schreitet der Kommandant der Gruppe, Hugo Christen, strammen Schrittes zur Verteilung von Schokoladeherzen an die weiblichen Teilnehmer. Sachlich informiert er seine Untergebenen über den Umstand, dass er erstens die Strecke nicht den Vorschriften entsprechend rekognosziert und zweitens bis anhin noch ungetragene Schuhe an seinen Füssen habe. Der Weg führte dem gelben Wegweiser und den weiss-rot-weissen Markierungen nach via Obere Frutt, Reservoir zum Bonistock. Diese Strecke wird auch vom allerjüngsten Teilnehmer in Angriff genommen: Der 26 Wochen junge ungeborene Mäxli wird tapfer von Priska hoch getragen. Leider konnte er aus offensichtlichen Gründen weder die gegenüberliegende Bergkette noch den Melchsee noch die Schönheit von Pflanzen und geologischer Beschaffenheit geniessen. Unerwartet wird die Spitzengruppe etwa in der Hälfte der Strecke von Gipfel stürmenden Lowa-Schuhen zusammen mit Claire und Tim überrundet. Als der Hauptharst das Ziel erreicht hat, sind die besten Liegestuhlplätze bereits besetzt.
Samstagmorgen, 12. Juli 2003 10.35 Uhr (Hörensagen)
Die Cleveren bewegen sich unter der kundigen Führung von Susi Lohmann auf der geteerten Strasse Richtung Kapelle. Beim »Bergblümli« wartet »Skischule-Else«, mit Mann und Hund und schliesst sich flotten Schrittes der Gruppe an. Nein, es gibt keine Rast beim Herrn Pfarrer - knallhart wird der Marsch bis zur Talstation Bonistock durchgezogen. Thomas, der sonst so sportliche, aber zur Zeit verletzte Hobby-Schwiegersohn aus dem Chalet Rosana wartet vor der Boni-Bahn auf einen unfallfreien Transport. Am Seil schwebt man hoch und bestaunt verwundert zuerst den verlassenen Schamanen-Kral und bewundert kurz danach den Mut von etwa 17 Verwegenen im Klettergarten. Oben angekommen startet sofort eine Begrüssungszermonie und das Warten auf die Gruppe »harter Kern« wird mit Weisswein überbrückt.
Samstag, 12.7.2003 12.00 Uhr (Unified)
Glücklicherweise wurde keine Sushi-Bar eröffnet! Es erwarteten uns währschafte Chästeller mit frischem Brot, hektoliterweise Mineralwasser; Weiss- oder Rotwein. Nach dem - an dieser Stelle zu verdankenden - gesponserten Apero wurde die Geselligkeit gepflegt. Unterschiedlich war die Verpflegung, die einen verspeisten ein ganzes Menu, andere nur einen Salat, andere löschten mit den verschiedensten Mitteln den Durst und wiederum andere genossen eine Zigarre. Es wurde viel geschwatzt und gelacht, aber leider nicht gesungen. Nach einiger Zeit löste sich die fröhlich Runde langsam auf. Einzeln oder in kleinen Grüppchen bewegte man sich mit oder ohne Hilfsmittel downhill. Der Service gewohnte LH-Flieger räumt seinen ZWEI Angebeteten Steine aus dem Weg.
Sicher lässt uns das SUPER-Wetter diesen gemütlichen Tag noch lange nicht vergessen. Das alte chinesische Sprichwort »Die IG-Frutt-Mitglieder bekommen an ihren Anlässen das Wetter, das sie sich verdient haben« hat sich einmal mehr bewahrheitet. Wir bedanken uns bei der »Regierung« für die alljährliche Organisation, bei den Wanderleitern für die fachliche Betreuung und bei der Familie Hess für die Verköstigung und freuen uns auf das nächste IG-Event!
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